Zum Geburtstag von Friedrich Fröbel: Spielen ist keine Spielerei
Friedrich Fröbel wäre heute 244 Jahre alt. Seine Erkenntnis ist so schlicht wie revolutionär: Kinder brauchen Raum – zum Spielen, Entdecken, Wachsen.
Eine Revolution namens Kindergarten
Was Fröbel am 1840 in Bad Blankenburg gründete, war mehr als eine neue Einrichtung. Es war ein Paradigmenwechsel. Kinder sollten wie Pflanzen in einem Garten gehegt, gepflegt und in ihrer Individualität gefördert werden. Der Begriff „Kindergarten" traf einen Nerv: In über 40 Sprachen wurde er bis heute nahezu unverändert übernommen. Auf Englisch, Japanisch, Swahili – überall auf der Welt kennt man den „Kindergarten".
Fröbels pädagogische Überzeugung war klar: Bildung im frühen Kindesalter erfolgt vorrangig im Spiel, nicht durch Wortbelehrung. Das Spiel ist keine Spielerei. Es hat, wie Fröbel selbst schrieb, „hohen Ernst und tiefe Bedeutung."
Warum Spielen für Kinder nicht nur schön, sondern unverzichtbar ist, und was die UN-Kinderrechtskonvention damit zu tun hat, lesen Sie im PädagogikBlog: „Warum Spielen so wichtig für Kinder ist“
Spielen macht Spaß – und schlau
Heute weiß die Wissenschaft, was Fröbel damals intuitiv erkannte: Spielen macht Spaß und macht schlau. Es ist weit mehr als Vorbereitung auf die Schule. Es ist Vorbereitung aufs Leben. Kinder erlernen im Spiel Fähigkeiten, die sie durch die Schule tragen und im weiteren Leben brauchen.
Martina Reucher, Leiterin des Fröbel-Kindergartens & Familienzentrums Spurensucher in Köln, bringt es in einem Beitrag des Deutschlandfunks auf den Punkt: „Er hat sehr früh erkannt, dass man Kinder nur so bestmöglich fördern und fordern kann" – nämlich durch Freiwilligkeit und die Achtung der Individualität jedes einzelnen Kindes. In ihrem Kindergarten haben Kinder echte Mitentscheidungsmöglichkeiten: bei Bewegungsangeboten, im Alltag, im Spiel.
„Ich kann das!" – Spielend Kompetenzen stärken
Genau das lebt das Team der „Spurensucher" auch mit dem Kampagnenprogramm „Ich kann das!", das Fröbel in Nordrhein-Westfalen gestartet hat. Kinder zwischen zwei und sechs Jahren lernen dabei spielerisch und zusammen mit echten Profis aus Rettungsdienst, Schwimmschule, Polizei und anderen Organisationen, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen, sich im Wasser behaupten oder im Ernstfall erste Hilfe leisten.
Sie entdecken ihre Stärken, erleben sich als wirksam und wachsen daran. Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kooperationsfähigkeit – all das entsteht nicht durch Belehrung, sondern durch Erleben und Ausprobieren. Ganz so, wie Friedrich Fröbel es vor 244 Jahren vorgedacht hat.